News

Pensplan arbeitet konstant daran, die Zusatzrente zu fördern und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren. Hier finden Sie alle Informationen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein: Hinweise, Fälligkeiten, Events und Mitteilungen für die Medien.

20 Jahre Pensplan: Erster Förderpreis geht an Matea Prskalo

Die psychologische Bewertung der Tätigkeitsprofile in der Pflege steht im Mittelpunkt – mehr als 328 Stunden gesammeltes Material

20 Jahre Pensplan: Erster Förderpreis geht an Matea Prskalo

Anlässlich der Feierlichkeiten zu 20 Jahre Pensplan hat das regionale Zusatzrenteninstitut an den drei Universitäten Innsbruck, Trient und Bozen einen Förderpreis von je 2.000 Euro ausgeschrieben. Die erste Preisträgerin steht nun fest: Für ihre fundierte Analyse der Arbeitsprofile in der stationären Langzeitpflege hat Matea Prskalo am 12. Juni den Förderpreis für die Universität Innsbruck erhalten. Die Autorin und ihr Kollege Christian Seubert haben in insgesamt 328 Stunden Arbeitsbeobachtungen von 81 Pflege- und Betreuungskräften in 18 Pflegeeinrichtungen umfassendes Datenmaterial über deren Arbeitstätigkeiten gesammelt.

1997 fiel der Startschuss für das regionale Zusatzrenteninstitut Pensplan. Rund 20 Jahre danach hat sich die Initiative der Region Trentino-Südtirol zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Über 215.000 Bürgerinnen und Bürger sind in die vier Rentenfonds der Region eingeschrieben, gemeinsam haben sie über 3,8 Milliarden Euro an Kapital angespart und über 125 Pensplan Infopoints bieten eine kostenlose Beratung vor Ort. Heute steht die Region und mit ihr Pensplan vor einer neuen sozialpolitischen Herausforderung: Die Fortführung der Tätigkeiten im Sinne eines regionalen ergänzenden und übergreifenden Welfares. Es geht dabei um die Absicherung elementarer Lebensbereiche wie Familie, Arbeit, Studium, Wohnen, Rente, Gesundheit und Pflege in allen Lebensphasen.

Anlässlich der 20-Jahr-Feierlichkeiten hat Pensplan deshalb an den drei Universitäten Trient, Bozen und Innsbruck je einen Förderpreis von je 2.000 Euro ausgelobt, um junge Studentinnen und Studenten dafür zu gewinnen, die Themen des integrierten Welfares zu vertiefen. Denn „aufgrund der sozialen und demographischen Veränderungen und den daraus entstehenden Erfordernissen für die Bevölkerung muss sich Pensplan strategisch für die Entwicklung eines zweiten regionalen Welfares einsetzen. Es geht um eine Absicherung im jeweiligen Lebensabschnitt. Neben der Verbesserung der bereits ergriffenen Maßnahmen wird es immer wichtiger, neue Projekte für Themen zu entwickeln, die dringend behandelt werden müssen, wie z.B. die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen und das Vorsorgesparen für Jugendliche und Frauen”, unterstreicht die Präsidentin von Pensplan, Laura Costa.

Und so ist es auch das Thema der Pflege, welches im Mittelpunkt der ersten prämierten Arbeit steht. Die erste Preisträgerin der ausgelobten Förderpreise heißt Matea Prskalo; sie erhält für ihre fundierte Masterthesis Arbeitspsychologische Analyse und Bewertung der Tätigkeiten in der stationären Langzeitpflege hinsichtlich Vollständigkeit und Interaktionsqualität den für die Universität Innsbruck ausgelobten Förderpreis.

Vizerektorin Prof. Ulrike Tanzer, Vorsitzende der Bewertungskommission, begründete die Verleihung an Frau Prskalo unter anderem mit der fundierten arbeitspsychologischen Analyse eines hochaktuellen Themas und unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit. Hervorzuheben ist für sie auch der spezielle Methodenmix von Arbeitsbeobachtung, Organisationsscreening und teilstrukturierten Interviews sowie der interdisziplinäre Ansatz der Arbeit.

Frau Prskalo hat an der Universität Innsbruck ihr Masterstudium im Fachbereich Psychologie absolviert und untersucht in ihrer Abschlussarbeit den sehr wichtigen Aspekt der arbeitspsychologischen Bewertung von Pflege- und Betreuungstätigkeiten in Senioren- und Pflegeheimen. Ausgehend von aktueller Forschungsliteratur zu gesundheits- und persönlichkeitsförderlicher Arbeitsgestaltung leistet Frau Prskalo eine fundierte arbeitspsychologische Analyse und Bewertung der Tätigkeitsprofile von vier verschiedenen Berufsgruppen der stationären Langzeitpflege (Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen, Fachsozialbetreuer/-innen, Pflegeassistenzen, Heimhilfen).

Die Arbeit von Frau Prskalo entstand begleitend zum wissenschaftlichen Forschungsprojekt „Arbeitswissenschaftliche Analyse und Bewertung pflegerischer Humandienstleistungstätigkeiten in der stationären Langzeitpflege als Basis für eine leistungsgerechte Personalbemessung“, das von der Bundesarbeitskammer an die Universität Innsbruck in Auftrag gegeben und im Zeitraum von Dezember 2016 bis Februar 2018 vom Fachbereich Angewandte Psychologie II unter Leitung von Prof. Jürgen Glaser am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck durchgeführt wurde.

Die Preisträgerin und ihr Kollege haben in insgesamt 328 Stunden Arbeitsbeobachtungen von 81 Pflege- und Betreuungskräften aus 18 Einrichtungen der stationären Langzeitpflege umfassendes Datenmaterial über deren Arbeitstätigkeiten gesammelt. Auf der Basis dieser Beobachtungsdaten konnte die Vielfalt der pflegerischen und betreuenden Arbeitsaufgaben, sowie die besonderen qualifikatorischen als auch emotionalen Herausforderungen und die geforderten dialogisch-interaktiven Kompetenzen der befragten bzw. beobachteten Personen beschrieben und sichtbar gemacht werden. Daraus hervorgehend konnten Rückschlüsse auf die Kompetenz- und Gesundheitsförderlichkeit der Arbeitstätigkeit der Pflege- und Betreuungskräfte als auch auf die Interaktionsqualität gezogen werden.

Die Studienergebnisse bieten damit eine gute Grundlage den Aufgaben- und Arbeitsumfang und-aufwand des Pflege- und Betreuungspersonal in der stationären Langzeitpflege besser einschätzen und bewerten zu können. Darüberhinaus geben die Studienergebnisse aber auch konkrete Hinweise darauf, wie die Arbeitsbedingungen des Pflege- und Betreuungspersonal im Bereich der stationären Langzeitpflege gesundheitsförderlich und so attraktiv gestaltet werden können, damit:

  • diese gesund, zufrieden, sinnvoll und motiviert bis zum gesetzlich regulären Pensionsantrittsalter in ihrem Beruf arbeiten können;
  • die Interaktions- und Betreuungsqualität in diesen Einrichtungen einen Grad erreicht, der den BewohnerInnen das Gefühl gibt, in Würde altern zu können,
  • die Angehörigen der BewohnerInnen die Gewissheit haben, dass sie eine gute Wahl mit dieser Einrichtung für die Betreuung und Versorgung ihrer Angehörigen getroffen haben
  • und die Pflege- und Betreuungseinrichtungen ihre gesetzten Ziele und Aufgaben auch in Zukunft auf einem hohen Niveau halten können.